Der ökologische Wein-Anbau findet immer mehr Verbreitung. In Europa wird inzwischen auf insgesamt 88.000 Hektar Rebfläche ökologischer Weinbau betrieben. Italien ist mit 44.000 Hektar der mit Abstand größte Produzent von Biowein, gefolgt von Frankreich (13.000 ha) und Spanien (12.000 ha). In der Schweiz wird derzeit nur ca. 1% der Weine ökologisch erzeugt, doch Bioweine haben ihr Nischendasein längst verlassen. Der Wein-Verkauf hat im vergangenen Jahr einen neuen Höhepunkt erreicht. Der größte Schweizer Biowein-Händler “Delinat” setzte 2012 mehr als 3 Mio Flaschen ab, 95 Prozent davon über den Webshop.

90 Betriebe in ganz Europa produzieren für Delinat. Das Angebot umfasst je nach Saison bis zu 300 Sorten. Das in Horn am Bodensee ansässige Unternehmen ist bereits seit 1983 in der Ökobranche tätig und verzeichnet auch in der Wirtschaftskrise starke Umsatzzuwächse. Coop bietet seit fast zwanzig Jahren Ökowein an. Der Anteil am gesamten Wein-Umsatz beträgt nach Angaben des Unternehmens vier Prozent. Bei Mövenpick macht ökologisch hergestellter Wein bereits mehr als 30 Prozent des Umsatzes aus. Ein wesentlicher Grund für die Zunahme ist, dass die Qualität von Bioweinen sich stark verbessert hat. Selbst Gourmetrestaurants wie das Baur au Lac am Zürichsee oder das Lion d’Or in Cologny bieten inzwischen Biowein an.

Der ökologische Weinbau verzichtet wie die restliche Öko-Landwirtschaft auf synthetisch hergestellte Düngemittel. Die Reben erhalten ihre Nährstoffe über einen biologisch intakten Boden und entwickeln so Widerstandskräfte gegen Schädlinge. Im konventionellen Weinbau werden oft große Mengen an Düngemittel eingesetzt, um die Fruchtbarkeit des Bodens zu erhöhen. Die Substanzen gelangen leicht in Gewässer und bringen dort das natürliche Gleichgewicht durcheinander. Dünger auf Basis von Stickstoff haben eine klimaschädigende Wirkung, weil sie in Form von Stickstoffdioxid in die Atmosphäre gelangen.

Anders als im konventionellen Weinbau sind beim Öko-Weinbau nur wenige Pflanzenschutzmittel erlaubt. Die Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten im Weinberg wird gezielt gefördert. Es entsteht ein geschlossener Produktionskreislauf, in dem nur schadstoffarme Rohstoffe verwendet werden. Gentechnisch veränderte Rebpflanzen und chemische Hilfsmittel bei der Kelterung werden im ökologischen Weinbau strikt abgelehnt.


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  1. By Wie gesund ist Rotwein eigentlich? | Echt Bio on 6. November 2013 at 22:43

    […] von insgesamt mehr als 20 verschiedenen Krankheiten und gesundheitlichen Problemen besitzen. Rotwein soll beispielsweise diverse Krebsarten (unter anderem auch Brustkrebs) vorbeugen können (Quelle) […]

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