Neben den allseits bekannten Bordeaux- und Bourgogne-Weinen gibt es an der französischen Loire auch eine weniger bekannte, aber nicht minder gute Weinsorte – die Sancerre Weine.

Sancerre ist eine Appellation, die im sogenannten oberen Loire-Ostende des Loire-Tals liegt. Es ist bekannt für seine regen, mineralischen Weißweine, hergestellt aus Sauvignon Blanc Trauben, obwohl zuletzt auch Rot- und Rose-Weinte aus Sancerre, hergestellt aus Pinot Noir, immer beliebter werden.

Genau wie in Chablis, ist die kreidig weiße Kimmeridgium Erde das, was wirklich einen Sancerre Wein von denen in anderen nahe gelegenen Appellationen absetzt. Benannt nach einer Stadt in Dorset, das auch das Alter dieser geologischen Formation teilt, ist Kimmeridgium Boden eine Kombination aus Ton und Kalkstein, gefüllt mit Milliarden von winzigen, versteinerten Austernschalen. Es ist daher keine Überraschung, dass Sancerre Weine ausserordentlich gut mit Austern zusammenpassen.

Weißer Sancerre aus der Sauvignon Blanc-Traube ist halbtrocken, frische, fruchtig mit pflanzliche Aromen. Dieser passt gut zu den meisten Vorspeisen, sowie Austern und Fisch. Sauvignon Blanc sollte bei um 16 Grad Celsius serviert und möglichst innerhalb weniger Jahren getrunken werden.

Die Rosé- und roten Sancerre sind aus Pinot Noir, und daher ziemlich leicht und fruchtig. Aromen von Veilchen und Kirsche sind typisch. Perfekt passend zu leichten Gerichten – Huhn, Schweinefleisch, Aubergine. Dies sollte um 18-19 Grad Celsius serviert werden.


Rotwein Gesundheit
Rotwein
galt bereits in der Antike als Heilmittel. Seitdem hat sich an dieser Auffassung eigentlich relativ wenig geändert:  Ob ein Wein aus dem Elsass (aus diesem Gebiet kommen nur Weiß-, sondern auch Rotweine her), ein Cabernet Sauvignon, ein Merlot oder ein Spätburgunder – die Auffassung, dass moderater Weingenuss förderlich für die Gesundheit ist, ist weit verbreitet.

Gesundheitlichen Vorteile von Rotwein
Rotweintrinker, die diesen in Maßen zu sich nehmen, sollen ein niedrigeres Risiko zur Entwicklung von insgesamt mehr als 20 verschiedenen Krankheiten und gesundheitlichen Problemen besitzen.
Rotwein soll beispielsweise diverse Krebsarten (unter anderem auch Brustkrebs) vorbeugen können (Quelle) und einen positiven Effekt auf das Herz-Kreislauf-System haben (insbesondere Arteriosklerose oder Arterienverkalkung verhindern können; Quelle) Während moderater Alkoholkonsum generell Arteriosklerose verhindern können soll, sei der der Effekt bei Rotwein am stärksten.
Rotwein wird auch mit niedrigeren Depressionsraten in Verbindung gebracht (Quelle). Die Antioxidantien im Rotwein sollen außerdem den Level des schlechten Cholesterins im Blut senken und den des guten Cholesterins steigern können (Quelle) und den Blutzucker besser regulieren können, indem die dessen Fluss verlangsamen und damit abrupten Blutzuckeranstieg vermeiden. (Quelle)
Interessant sind auch die Ergebnisse einer vor kurzem veröffentlichten Langzeitstudie, bei der mehr als 19.000 Frauen über einen Zeitraum von 13 Jahren beobachten wurden. Laut dieser Studie haben Frauen, die wenig bis moderat Alkohol konsumieren, ein geringes Risiko, übergewichtig zu werden. Rotwein hätte dabei den stärksten Effekt auf das Gewicht. (auch Weißwein, Bier und Liquor wurden getestet)
Nicht zuletzt sind einige Forscher auch überzeugt davon, dass Rotwein den Alterungsprozess verlangsamen kann, indem es Enzyme aktiviert, die bei der Reparatur der DNA, also der Gene und der inneren, biologischen Uhr eine wichtige Rolle spielen.

Wein oder Lebensstil?
Allerdings sehen einige Forscher die Ursache der gesundheitlichen Vorteile nicht im gemäßigten Weinkonsum, sondern darin, dass Personen, die Wein in Maßen konsumieren, zumeist aus der Mittelschicht stammen, die finanziell relativ gut gestellt (und es sich damit überhaupt leisten können, regelmäßig Wein zu trinken) und gebildet sind, sich relativ gesund ernähren und regelmäßig Sport treiben – alles Faktoren, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken. Abstinenzler dagegen hätten einen niedrigeren soziökonomischen Status und eine schlechtere Bildung sowie weniger und schlechtere soziale Beziehungen. Entscheidend für den positiven Effekt auf die Gesundheit sei also der Lifestyle, der Lebensstil, nicht der Wein.

Wein nie als Problemlöser ansehen
Wenn der Lebensstil also zu wünschen übrig lässt, hilft auch das tägliche Gals Weinrot kaum. Im Gegenteil: dieses kann leicht dazu verführen, mehr und öfter zu konsumieren. Und dann sind die Effekte von Rotwein alles andere als gesundheitsförderlich, sondern fatal. Wein sollte also idealerweise nicht bei Problemen herangezogen oder gar als Lösung von Problemen angesehen werden. Wenn man dagegen insgesamt einen gesunden Lebensstil pflegt, sich also gesund ernährt, regelmäßig sportlich betätigt, soziale Kontakte pflegt und auch etwas für seine geistige Gesundheit tut (z.B. Rechnen im Kopf, Fremdsprachen lernen, Einkaufsliste merken, Musizieren etc.), kann auch ein Glas Rotwein am Abend nicht schaden.