bio--pneuNun, da es die ersten massentauglichen Elektroautos und immer mehr Ladestationen gibt, werden wohl auch die Reifen endlich umweltverträglich. Wie diese biologisch vertretbaren Pneus entstehen und wie sicher sie im Strassenverkehr sind, erläutern wir hier.

So entsteht der Synthetikkautschuk

Nanotechnologie und das Experimentieren mit Einzellern scheint in den heutigen Produktlabors ziemlich “en vogue” zu sein. Die nur aus einer einzelnen Zelle bestehenden Lebewesen können von den Wissenschaftlern darauf getrimmt werden, alles Erdenkliche herzustellen. Darunter eben auch hochwertige Pneus, die danach online vertrieben werden. In Zusammenarbeit mit dem Reifenhersteller Goodyear verbesserte die Biotech-Firma Genencor den Stoffwechsel genetisch umprogrammierter Kolibakterien derart, dass sie nun Isopren herstellen. Das wiederum ist der chemische Grundstoff des für die Reifenproduktion verwendeten Gummis – also waschechter Synthetikkautschuk. Es entstanden kurz nach den ersten erfolgreichen Tests Herstellungsanlagen und man rechnete eigentlich schon 2013 mit ersten Serienprodukten. Die Bio-Pneus haben durchaus ihre Berechtigung, da das Gros der heutigen Gummis überwiegend aus Russ und Silikaten besteht, deren Herstellung die Verwendung nicht erneuerbarer Stoffe wie Rohöl voraussetzt. Dadurch werden erhebliche CO2-Emissionen verursacht. Mit den neuen Reifen will man also die Umwelt schonen.

Wie sicher sind die Bio-Pneus?

Die Materialeigenschaften des künstlich hergestellten Gummis sollen sich nicht von denen der bisher verwendeten Materialien unterscheiden. Schlechtere Fahreigenschaften muss man als Autofahrer also keinesfalls befürchten. Bislang scheint es aber, als sei zur Perfektion dieser Technik noch weitere Forschung nötig. Übrigens gibt es noch eine weitere Methode, um ökologisch nachhaltige Pneus herzustellen. Die Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen als Füllstoff, wie zum Beispiel Getreidestärke, ist dafür notwendig. Die Konzerne, die solche Ideen unterstützen, tun das natürlich nicht allein der Umwelt zuliebe. Die Unabhängigkeit von den Erdölderivaten und die preisgünstige Beschaffung von Rohstoffen steht hier wohl klar im Vordergrund.

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